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Herzlich willkommen zum virtuellen LernprogrammGreen IT - nachhaltig digitalEntdecke die vielfältigen Bereiche der Green IT
Mit dem digitalen Storytelling „Green IT“ erfährst du alles rund um den Themenkomplex Green IT. Von der allgemeinen Erklärung des Themenbereichs bis hin zur Verknüpfung unsere digitalen Lebenswelt mit dem Umweltschutz, hier erfährst du welche Auswirkungen unsere Mediennutzung auf das Klima haben.
Dir stehen insgesamt drei Themenbereiche zur Verfügung. Jedes Thema wird durch eine Person repräsentiert, die dir erklärt was dich in dem jeweiligen Raum erwartet. Du entscheidest, mit welchem, Thema du dich auseinandersetzten willst und welche Objekte du dir genauer anschauen möchtest.
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Viel Spaß beim Erkunden der virtuellen Ausstellung!
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Einführung
Einführung
Als Basis für den Datenaustausch dient vor allem das Internet. 2023 betrug der Anteil der Nutzer*innen in Deutschland über alle Altersgruppen hinweg 94 Prozent. Unter den 14- bis 49-Jährigen waren es sogar fast 100 Prozent. Zum Vergleich: 2003 waren gerade einmal 51,1 Prozent der Gesamtbevölkerung im Netz unterwegs. Und das meist von einem stationären PC aus, der zuhause oder in einem speziellen Computerraum in der Schule stand.
Analoge, also physisch greifbare Daten hatten damals eine viel größere Bedeutung als heute: Informationen auf Papier füllten Notizbücher und Aktenschränke. Und auch Fotos oder Tonaufnahmen waren längst nicht immer digital verfügbar.
Dank moderner und zunehmend leistungsfähiger Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) ist die Digitalisierung seither rasant vorangeschritten. Neben unserer Freizeit hat sie auch den Schulalltag stark verändert. Hilfsmittel wie Tablets, interaktive Whiteboards oder Lernmanagementsysteme machen das Lernen, Präsentieren und Kommunizieren flexibler und abwechslungsreicher.
Die Schattenseite des digitalen Fortschritts sind negative Auswirkungen auf unsere Umwelt. Produktion, Betrieb und Entsorgung jedes einzelnen Geräts kosten wertvolle Rohstoffe und Energie. Und auch das Internet, in dem immer größere Datenmengen bewegt werden müssen, ist ein wachsender Ressourcenfresser.
Zum Glück lässt sich der digitale Wandel auch nachhaltig denken und gestalten – mit Green IT. Was das ist, was dich das Thema angeht und wie du selbst aktiv werden kannst, erfährst du in diesem Lernraum.
Digitalisierung im Alltag
Wie die Digitalisierung unser Leben verändert
Oft sind sie einfach praktisch und nützlich, etwa für die schnelle Kommunikation mit Eltern oder Freund*innen. Sie unterstützen uns bei der Suche nach Informationen wie Nachrichten oder speziellem Fachwissen für die Schule.
Im Schulalltag arbeiten wir heute so selbstverständlich mit Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), dass wir kaum mehr darüber nachdenken. Manche digitalen Hilfsmittel lösen analoge Medien nach und nach komplett ab: Kreidetafeln landen im Schulkeller und werden durch interaktive Whiteboards ersetzt, die du vielleicht auch als "digitale Tafeln" kennst. Manchmal sind digitale Geräte einfach eine Ergänzung – zum Beispiel, wenn du neben Schulheften hin und wieder das Tablet nutzt, um Informationen aufzuschreiben und später wieder nachzuschlagen.
Die Digitalisierung hat großen Einfluss auf unser Alltagsleben. Ebenso stark wirkt sie sich aber auch auf unsere Umwelt, also die Welt, die uns alle umgibt, aus. Zwei Beispiele aus der Schule sollen diese Zusammenhänge zeigen.
Kommunikation per Videokonferenz
Für Schüler*innen wie auch Lehrkräfte stellte diese neue Situation eine große Herausforderung dar. Und längst nicht alle kamen mit der neuen Art, miteinander zu kommunizieren, gut zurecht. Letztlich konnten sie dank des digitalen Fernunterrichts aber gemeinsam weiterlernen und inhaltlich "am Ball bleiben", bis der Präsenzunterricht weiterging.
Emissionen bei Online-Meetings

Die Verbrennung des Kraftstoffs dieser Verkehrsmittel setzt nämlich eine Menge Treibhausgase – hauptsächlich Kohlenstoffdioxid, kurz: CO₂ – frei. Das treibt die Erderwärmung und damit den Klimawandel voran. Mit negativen Folgen für uns und unsere Umwelt.
Ohne Folgen für unser Klima, also klimaneutral sind Videokonferenzen leider auch nicht. Denn Geräte, Datenübertragung und Co. verbrauchen elektrische Energie. Und deren Erzeugung verursacht ebenfalls CO₂-Emissionen, also einen Ausstoß von Kohlenstoffdioxid.
Wie hoch diese Emissionen beim Online-Meeting sind, können wir als Teilnehmende sehr stark beeinflussen: Mit dem Laptop chattet es sich deutlich stromsparender als mit einem großen Videomonitor.
Digitale Daten statt Papierberge
Verbrauchen wir in Deutschland dank der Digitalisierung also nun weniger Papier und schonen auf diese Weise die Umwelt?
Leider nein. Zwar ist laut Umweltbundesamt der Konsum sogenannter grafischer Papiere, zu denen Druckerpapier und Schulhefte gehören, aufgrund des digitalen Wandels tatsächlich zurückgegangen. Zugleich ist aber der Verbrauch von Verpackungspapier gestiegen. Das füllt unter anderem beim Verschicken von Online-Bestellungen die Pakete.
Unser Konsumverhalten in der digitalen Welt bremst also den positiven Trend des Papiersparens aus. Unterm Strich ist – und bleibt – der Papierverbrauch in Deutschland weiterhin hoch.
Videoquelle
Blauer Engel
Digitalisierung: Chance und Risiko
Automatisch umweltfreundlich ist die Digitalisierung deshalb aber nicht. Denn die Informations- und Kommunikationstechnologien, die wir so selbstverständlich im Alltag nutzen, verursachen CO₂-Emissionen und verbrauchen natürliche Ressourcen.
Bei den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Umwelt spielen ganz viele Faktoren eine Rolle – und einige davon können wir positiv beeinflussen.
Green IT - Was geht mich das an?
Personenprofil: Emma
Ich mache gerade meine Hausaufgaben. Meine Lehrerin hat die Übungen online hochgeladen und ich bearbeite sie direkt am PC. Praktisch, oder? Weißt du noch, als wir das während Corona im Homeschooling die ganze Zeit machen mussten? So ganz ohne Freund*innen …
Aber wusstest du, dass der digitale Unterricht für unsere Umwelt besser war? Niemand kam mehr mit dem Bus oder Auto, die Schulen mussten nicht geheizt und die Arbeitsblätter nicht ausgedruckt werden. Trotzdem: Es gibt auch negative Folgen. Schließlich verbrauchen die Herstellung und Nutzung von Geräten Ressourcen und stoßen Emissionen aus. An meiner Schule haben wir inzwischen ein Hybrid-Modell. Der Unterricht findet wieder in Präsenz statt, aber manchmal nutzen unsere Lehrer*innen noch die Online-Lernplattform.
Hm, wenn ich genauer drüber nachdenke, benutzen wir unsere Geräte eigentlich noch viel öfter. Mit Handys und Laptops können wir spielen, streamen, mit Freund*innen schreiben und vieles mehr. Und vielleicht haben deine Eltern bei euch zuhause smarte Lösungen für die Heizung etc.? Oder eine Cloud für die Familienfotos? Die Digitalisierung betrifft inzwischen fast unseren gesamten Alltag. Aber hat nicht auch das Folgen für die Umwelt?
Na, zum Glück kann jede*r dagegen etwas tun! Zum Beispiel müssen wir nicht dauernd neue Geräte kaufen. Und wenn mal eins kaputt geht, könntest du es erstmal reparieren. Wusstest du, dass es extra Repair-Cafés für so etwas gibt? Oder wie man schon beim Kauf auf nachhaltigere Geräte achten kann? Sieh selbst! In diesem multimedialen Lernraum erfährst du ganz viel über Digitalisierung, Umwelt und grüne Lösungen.
Auswirkungen auf die Umwelt
Der Lebenszyklus digitaler Geräte
Um den Ressourcenverbrauch unseres digitalen Lebensstils besser zu verstehen, schauen wir uns die einzelnen Phasen des Zyklus einmal näher an. Dabei wird auch deutlich werden, warum es wichtig ist, sparsam mit den Ressourcen umzugehen und Geräte möglichst lange zu nutzen.
Gerätebetrieb und Internetnutzung
Fast alle digitalen Geräte kommunizieren ständig über das Internet. Sie verbrauchen also nicht nur Strom für den Betrieb. Sondern auch für die Datenübertragung über die Telekommunikationsnetze, die unsere Geräte miteinander verbinden und die Basis des Internets bilden.
Das Internet besteht unter anderem aus Kabeln, Funkverbindungen und besonders leistungsstarken Computern, die man Server nennt. Aus digitalen Geräten und Bauteilen also, die ebenfalls unter Ausstoß von CO₂ und unter Verwendung wertvoller Rohstoffe hergestellt, betrieben und hin und wieder auch komplett ausgetauscht werden müssen.
Große Konzerne wie Google oder Amazon, aber auch Unternehmen, Forschungseinrichtungen oder Hochschulen haben eigene Rechenzentren auf der ganzen Welt. Darunter kann man sich große Hallen mit Servern vorstellen, die Daten speichern und verarbeiten. Einige von ihnen stellen die Websites und Dienste bereit, die wir regelmäßig über das Internet nutzen – zum Beispiel Suchmaschinen, Social Media oder Online-Shops. Und auch wenn du etwas „in der Cloud“ speicherst, landet es in einem oder mehreren solcher Rechenzentren.
Hinzu kommt, dass nicht nur die leistungsstarke Hardware in den Hallen Strom verbraucht, sondern auch die zusätzlich eingebaute Technik zum Messen, Steuern und Beleuchten. Und zum Kühlen der Server – denn die erzeugen im laufenden Betrieb stetig sehr viel Wärme.
Ein zunehmender Stromfresser in Rechenzentren ist Künstliche Intelligenz (KI). In Gestalt von ChatGPT hast du sie bestimmt schon für die Schule verwendet. Damit KI gute Ergebnisse liefert, muss man sie trainieren. Dieses Training ist allerdings extrem rechenintensiv und verbraucht viel Energie. Die Nachfrage nach KI-Diensten und Produkten mit eingebauten KI-Fähigkeiten steigt – und mit ihr die CO₂-Emissionen.
Entsorgung

Um die Bestandteile sortieren, recyceln oder möglichst umweltschonend entsorgen zu können, nehmen Wertstoff- und Recyclinghöfe Elektro- und Elektronikaltgeräte kostenlos an. Außerdem kann man sie mancherorts auch, ähnlich wie Sperrmüll von zuhause abholen lassen. In vielen Fällen müssen Einzel- und Onlinehändler sowie Supermärkte ab einer Verkaufsfläche von 400 Quadratmetern sogar defekte Geräte kostenlos zurücknehmen.
Leider klappt das Recycling aber nicht so gut, wie es sollte. Seit 2019 gibt es in Deutschland eine gesetzliche “Mindestsammelquote”. Sie schreibt folgendes vor: Jedes Jahr müssen mindestens 65 Prozent des Gewichts von alten Elektrogeräten gesammelt werden, verglichen mit dem Gewicht von neu verkauften Geräten im Durchschnitt der letzten drei Jahre.
2021 konnten nur 38,6 Prozent eingesammelt werden – weniger als in den Vorjahren. Und das, obwohl die Zahl der in Umlauf gebrachten Geräte jedes Jahr steigt.
Die “fehlenden” Geräte landen zum Beispiel in Stadtparks, an Waldrändern oder, illegal entsorgt, im Hausmüll. In einigen Fällen gelangen unsere Altgeräte auf illegalem Weg ins Ausland. Dort zerlegen ihn Schrotthändler auf der Jagd nach wiederverwertbaren Bauteilen – unter großen Gefahren für Umwelt und Gesundheit. Überreste werden unkontrolliert und umweltschädlich verbrannt.
Auf diese Weise gehen Rohstoffe für das Recycling hier in Deutschland verloren.
Green IT: Es geht auch nachhaltig!
Grün macht den Unterschied
Hier kommt Green IT ins Spiel: Der Fachbegriff fasst verschiedene Ansätze zusammen, Informations- und Kommunikationstechnologien möglichst umweltfreundlich und ressourcenschonend zu produzieren, betreiben und entsorgen. Außerdem beinhaltet er auch die Entwicklung, Förderung und Nutzung digitaler Technologien, die helfen können, die Umwelt zu schützen und die CO₂-Emissionen in ihrer Gesamtheit zu verringern.
Ein paar Beispiele für Projekte, Gesetze und Zertifizierungen aus der „grünen“ Informationstechnik stellen wir dir hier vor.
Klimafreundliche Hard- und Software
Der Blaue Engel ziert nicht nur umweltfreundliches Papier, Haushaltsprodukte oder Textilien, sondern auch IKT, die dafür strengen und klar definierten Anforderungen genügen müssen.
Computer und Tastaturen mit dem Blauen Engel müssen einfach reparierbar und mit neuer Hardware aufrüstbar sein, damit man sie möglichst lange verwenden kann. Die Materialien müssen gut recycelbar sein und dürfen nur sehr wenig Schadstoffe enthalten.
Auch für Software gibt es den Blauen Engel. Denn abhängig davon, wie sie programmiert ist, kann sie unterschiedlich viel Rechenleistung benötigen. Und das wirkt sich stark darauf aus, wie viel Energie die Geräte verbrauchen, auf denen sie installiert ist. Weitere Anforderungen an stromsparende Software mit dem Blauen Engel sind der Verzicht auf Werbeeinblendungen und auf so genanntes Tracking, also das Sammeln von Nutzerdaten für Auswertungen. Denn die ständige Datenübertragung durch solche Funktionen frisst zusätzliche Energie und ist für den reinen Programmbetrieb unnötig.
Ebenfalls verpflichtend ist die regelmäßige Bereitstellung von Updates für die Software. Diese erhöhen die Sicherheit, erweitern die Funktionalität und machen die Programme langlebiger und damit umweltschonender.
Was ist auf dem Hintergrundbild zu sehen?
Ein Screenshot der Webseite des Blauen Engels.
Was kann jeder Einzelne von uns tun?
Den eigenen CO₂-Fußabdruck kennenlernen und reduzieren
Beim Einschätzen dieser Bilanz hilft der sogenannte digitale CO₂-Fußabdruck. Er bildet die Gesamtheit der CO₂-Emissionen ab, die jede*r von uns durch die Nutzung digitaler Geräte, Infrastrukturen und Dienste verursacht.
Wie groß dieser Abdruck pro Kopf und Jahr in Deutschland ist, stellt eine Grafik der Forschungseinrichtung Öko-Institut e.V. dar. Sie wurde bereits 2020 veröffentlicht und basiert auf Schätzungen. Dennoch eignet sie sich gut, um die Verhältnisse zu verdeutlichen.
Demnach verursacht jede*r von uns einen CO₂-Ausstoß von insgesamt 12 Tonnen pro Jahr. Davon entstehen 0,85 Tonnen durch unseren digitalen Lebensstil, also unsere Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien. Das klingt erst einmal nach nicht viel. Wenn man aber berücksichtigt, dass jede*r von uns laut Öko-Institut statt 12 Tonnen insgesamt maximal zwei Tonnen CO₂-Emissionen jährlich ausstoßen sollte, um der Umwelt nicht zu schaden, ist es eben doch sehr viel.
Deinen persönlichen digitalen CO₂-Fußabdruck kannst du unter https://www.digitalcarbonfootprint.eu/ berechnen. Dort kannst du auch ausprobieren, welchen jährlichen CO₂-Ausstoß verschiedene digitale Produkte und Dienste verursachen.
Augen auf beim Gerätekauf
Eine umweltschonende Alternative zum neuen Smartphone oder Computer ist der Gebrauchtkauf. Er verlängert den Lebenszyklus der Geräte, spart Rohstoffe und schont zugleich den Geldbeutel. Bei gebrauchten Smartphones solltest du unbedingt darauf achten, dass das Betriebssystem noch Updates erhält, um Sicherheitsrisiken durch Malware oder Hacking zu vermeiden.
Bei gebrauchten PCs kann es sich lohnen, einen Blick auf Linux zu werfen. Das alternative, kostenlose Open Source-Betriebssystem kann dank passender Treiber noch so einiges aus älterer Hardware herausholen.
Ob nun neu oder alt: Das Gerät solltest du in jedem Fall für dich passend auswählen. In der Regel verbrauchen große Geräte bei gleicher Energieeffizienz, also bei gleich sparsamem Umgang mit der zugeführten Energie, mehr Strom als kleinere Geräte. Hinterfrage also, ob du wirklich einen Desktop-PC mit XXL-Monitor benötigst. Denn nicht nur dessen Herstellung, sondern auch der spätere höhere Energieverbrauch belasten die Umwelt deutlich stärker als schlanke Tablets und Laptops, die du flexibel überall hin mitnehmen kannst.
Neben dem Bildschirm sind Prozessor, Grafikkarte und Netzteil die größten Stromfresser Je sparsamer du diese Komponenten also wählst, desto umweltschonender ist der Betrieb deiner Geräte.
Was ist auf dem Hintergrundbild zu sehen?
Die drei Umweltsiegel "Blauer Engel" (RAL gGmbH), "EU Ecolabel" (RAL gGmbH) und "Energy Star" (United States Environmental Protection Agency)
Geräte lange nutzen, reparieren und recyceln
Reparaturtipps findest du zum Beispiel auf der Website iFixit. Und vielleicht gibt es in deiner Stadt auch ein Repair-Café, das Werkzeuge und Hilfestellung anbietet.
Damit das Reparieren statt Wegwerfen für Verbraucher bald leichter umsetzbar ist, wurde im Juli 2024 eine neue EU-Richtlinie beschlossen. Sie regelt das Recht auf Reparatur (engl. „Right to Repair“, R2R). Hersteller werden darin verpflichtet, reparierbare Produkte künftig günstiger und teils auch kostenfrei wieder in Ordnung zu bringen. Die gesetzlichen Garantiezeiträume sollen länger und Reparaturdienste besser auffindbar werden. Außerdem schlüsseln sogenannte Digitale Produktpässe (DPP) unter anderem Daten zu Reparierbarkeit und benötigten Ersatzteilen auf. Bis 2026 müssen die EU-Staaten die R2R-Richtlinie in konkrete Gesetze umwandeln.
Nutze funktionsfähige Geräte vor dem Aussortieren möglichst lange, statt dich von Werbemaschen für die neuesten Produkte einwickeln zu lassen. Dass sich auf diese Weise reichlich Ressourcen einsparen lassen, zeigt eine Studie des Fraunhofer-Instituts von 2022. Die Forschenden beschäftigten sich speziell mit dem Fairphone 4. Wie der Name verrät, bemüht sich der niederländische Hersteller Fairphone, Smartphones unter möglichst fairen Bedingungen herzustellen.
Das Ergebnis der Studie: Die jährliche CO2 -Bilanz des Fairphone 4 nimmt um 31 Prozent ab, wenn es fünf statt nur drei Jahre genutzt wird. Verwendet man das Smartphone gar 7 Jahre und nimmt dabei kleinere Reparaturarbeiten in Kauf – die Forschenden wechselten zweimal den Akku – sinken die jährlichen Emissionen gar um 44 Prozent.
Geräte, die deinen eigenen Anforderungen nicht mehr genügen, aber noch funktionieren, kannst du verkaufen, verschenken oder spenden. Denn gerade Menschen, die wenig Geld haben, freuen sich oftmals, mit Altgeräten am digitalen Leben teilhaben zu können.
Ganz am Ende des Geräte-Lebenszyklus sollte immer das Recycling stehen. Wo du Geräte in deiner Stadt abgeben kannst, woran du Rücknahmestellen erkennst und worauf du sonst noch achten musst, erfährst du auf der Website der Kampagne "Plan E".
Was ist auf dem Hintergrundbild zu sehen?
Ein Plakat der Kampagne "Plan E"
Einführung
Einführung
Aber mal ehrlich: Wie oft hast du schon gedacht „Ich schau nur kurz rein“ – und zack, sind 30 Minuten weg? Social Media macht Spaß, keine Frage. Trotzdem kann der ständige Blick aufs Handy auch ganz schön stressig sein. Der Druck, nichts zu verpassen, Likes zu sammeln oder immer erreichbar zu sein, ist real. Und das ist nur die eine Seite.
Denn auch unsere Umwelt bekommt die Social-Media-Dauerbeschallung zu spüren. Für unsere Smartphones werden seltene Rohstoffe abgebaut – oft unter richtig schlechten Bedingungen. Beim Streamen und Posten wird viel Energie verbraucht, vor allem in riesigen Rechenzentren. Und was passiert eigentlich mit alten Handys?
In diesem Lernraum erkunden wir, wie Social Media unseren Alltag prägt – und welche ökologischen, sozialen und persönlichen Auswirkungen damit verbunden sind. Warum ist Social Media so ein großer Teil unseres Alltags? Was steckt technisch und ökologisch dahinter? Und wie kann man mit allem cooler und bewusster umgehen – ohne gleich auf alles zu verzichten? Wir zeigen dir, was du selbst tun kannst, um nicht nur digital gut unterwegs zu sein, sondern auch fair und nachhaltig.
Impressum
Impressum
Arbeitsgemeinschaft Jugend und Bildung e.V.
Taunusstraße 52
65183 Wiesbaden
Internet: www.jugend-und-bildung.de
E-Mail: redaktion@jugend-und-bildung.de
Vertretungsberechtigte
Martin Zimnol (Mitglied AJubi)
Michael Jäger (Geschäftsführer)
Fördergeber
Das Projekt wurde vom Umweltbundesamt gefördert.
Verlag
Eduversum GmbH
Taunusstraße 52
65183 Wiesbaden
Telefon: (0611) 50 50 92 00
Fax: (0611) 50 50 92 55
Internet: www.eduversum.de
Registereintrag
Eintragung im Handelsregister
Registergericht: Amtsgericht Wiesbaden
Registernummer: HRB 25555
Umsatzsteuer-ID:
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gemäß § 27a Umsatzsteuergesetz: DE260102330
Verbraucherstreitbeilegung (§ 36 Verbraucherstreitbeilegungsgesetz (VSBG))
Zuständige Verbraucherschlichtungsstelle in Deutschland ist die Universalschlichtungsstelle des Bundes – Zentrum für Schlichtung e.V., Straßburger Straße 8, 77694 Kehl am Rhein, Tel.: 07851/7957940, E-Mail: support@universalschlichtungsstelle.de.
Es besteht weder Verpflichtung noch Bereitschaft zur Teilnahme an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle.
Verantwortlich für die Inhalte (§ 55 Abs. 2 RStV): Michael Jäger, Taunusstraße 52, 65183 Wiesbaden
Konzept, Projektleitung und Redaktion
Frauke Hagemann (verantwortlich), Peter Wigand, Niclas Trabitzsch
E-Mail: redaktion@jugend-und-bildung.de
Fachliche Beratung
Christian Löwe (Umweltbundesamt), Anna Zagorski (Umweltbundesamt), Martin Zimnol (ehem. Pädagogisches Landesinstitut Rheinland-Pfalz, Mitglied Arbeitsgemeinschaft Jugend und Bildung e.V.)
Autorenschaft
Olivia von Westernhagen
Grafik
Anja Malz, Illustration und Grafik Design
Programmierung
Pageflow (Codevise Solutions GmbH)
Redaktionsschluss
Dezember 2025
Bildrechte
Screendesign: © Adobe Stock
Modul I: Green IT – Was geht mich das an?
Spotlight 1: Digitalisierung im Alltag
Adobe Stock / jamesteohart
Adobe Stock / insta_photos
Adobe Stock / pavelkant
Adobe Stock / xavier gallego morel
Spotlight 2: Auswirkungen auf die Umwelt
Adobe Stock / vejaa
Adobe Stock / Corona Borealis
Adobe Stock / foxeel
Spotlight 3: Green IT: Es geht auch nachhaltig!
Adobe Stock / Inna
Blauer Engel / Produkte
Adobe Stock / Beenish
Modul II: Mobil unterwegs in den Sozialen Medien
Spotlight 1: Soziale Medien im Alltag
Adobe Stock / escapejaja
Adobe Stock / Syda Productions
Spotlight 2: Mobil kommunizieren - aber nachhaltig!
Adobe Stock / xiaoliangge
Adobe Stock / Viktor
Adobe Stock / Alexsandr Volkov
Spotlight 3: Gut für die Umwelt: Social Media reduzieren
Adobe Stock / pickup
Adobe Stock / Jacob Lund
Modul III: Gaming und Streaming
Spotlight 1: Die Datenströme unseres Alltags
Adobe Stock / Jacob Lund
Adobe Stock / Lux Images
Spotlight 2: Umweltbelastung durch Gaming & Streaming
Adobe Stock / Inkwell Imagery
Adobe Stock / amavcoffee
Spotlight 3: Umwelt und Klima spielend entlasten
Adobe Stock / Chanakon
Adobe Stock / alswart
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Mobil unterwegs in den Sozialen Medien
Personenprofil: Leon
Kennst du schon dieses lustige Video, das gerade die sozialen Medien erobert? Ich wünschte, das hätte ich erstellt! Ich selbst poste nämlich auch regelmäßig Social-Media-Inhalte. Mit kurzen Videoclips, Fotos und Texten kann ich zeigen, was ich gerade erlebe oder was ich besonders gut kann. Es macht Spaß, sich mit anderen auszutauschen – und die Likes und Kommentare der anderen Nutzer*innen machen mich natürlich auch ein bisschen stolz.
Ich nutze Social Media aber auch, um mit Freund*innen in Kontakt zu bleiben. Und um Neues zu lernen: Von coolen Dancemoves über leckere Kochrezepte bis hin zu Wissen, das wir im Schulunterricht nutzen können. Meist gehe ich mit dem Smartphone online – schließlich habe ich es fast immer dabei und kann damit schnell auf neue Inhalte reagieren.
Aber in der digitalen Welt der sozialen Medien ist nicht alles nur positiv. Die Digitalisierung kann auch negativen Einfluss auf unsere Umwelt haben. Der Datenaustausch über das Internet, der Betrieb großer Rechenzentren und der Lebenszyklus unserer mobilen Geräte kosten viel Energie und Ressourcen. In diesem Lernraum erfährst du mehr über die Auswirkungen speziell unserer Smartphones und unserer Social-Media-Nutzung auf Umwelt und Klima.
Die gute Nachricht: Mit Green IT, die du ja auch schon kennengelernt hast, lässt sich das mobile Surfen durch die sozialen Medien umweltfreundlicher gestalten! Dieser Lernraum soll dir vermitteln, wie das geht und was du selbst dazu beitragen kannst.
Soziale Medien im Alltag
Social Media: überall dabei

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die jährlich durchgeführte Medienstudie von ARD und ZDF. Außerdem geht aus ihr hervor, dass die Social-Media-Nutzung der deutschsprachigen Gesamtbevölkerung seit 2021 stetig zugenommen hat.
Die Bitkom-Studie schlüsselt das Nutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen noch stärker auf: Ab einem Alter von 12 Jahren ist die Mehrheit der Befragten demnach täglich in Social-Media aktiv. 64 Prozent aller Befragten greifen sogar mehrmals täglich auf die Plattformen zu. Die Durchschnittsdauer pro Tag, bezogen auf alle Altersgruppen, beträgt 95 Minuten, wobei die Nutzungsdauer mit steigendem Alter zunimmt.
Häufig erfolgt der Zugriff mit Geräten, die die meisten von uns ständig dabei haben: unseren Smartphones. Laut JIM-Studie besaßen 2024 96 Prozent aller Mädchen und 91 Prozent aller Jungen zwischen 12 und 19 Jahren ein eigenes Mobilgerät. 93 Prozent der Befragten verwendeten es täglich.
Ein Begriff - viele Konzepte
Die Schwerpunkte sind teils sehr unterschiedlich:
- Privater Austausch: Manche Plattformen wie zum Beispiel Facebook sind vor allem dazu gedacht, freundschaftliche Kontakte zu pflegen und zu knüpfen. Nachdem man ein persönliches Profil erstellt hat, kann man Freunde aus aller Welt hinzufügen und sich über Chatfunktionen und eigene Gruppen mit ihnen austauschen.
- Generell ist es im privaten Austausch aber wichtig, die Privatsphäre zu achten, respektvoll zu kommunizieren und sich der potentiellen Reichweite und Dauerhaftigkeit digitaler Inhalte bewusst zu sein.
- Berufliche Kontakte: Vielleicht haben deine Eltern schon einmal davon erzählt: Netzwerke wie Xing oder LinkedIn sind bei Erwachsenen beliebt, um sich im Job zu vernetzen. Ins persönliche Profil schreiben sie zum Beispiel ihre beruflichen Stationen oder spezielle Fachkenntnisse.
- Teilen von Inhalten: Das Teilen von kurzen Texten, Bildern und Videos ist fester Bestandteil fast aller Social Media-Plattformen. Bei Diensten wie YouTube, TikTok oder auch X (ehemals Twitter) steht das so genannte „Social Sharing“ klar im Mittelpunkt: Hier geht es um das Teilen, Anschauen, Liken und Kommentieren meist öffentlich verfügbarer Inhalte. Die können unterhaltsam und witzig, aber auch informativ sein und Fachwissen vermitteln.
Kurz, bunt, mobil

Im Mittelpunkt dieser Plattformen steht Video-Content – mit Ausnahme vielleicht von „Insta“, das eine Kombination aus Social Sharing und dem Pflegen und Knüpfen von Kontakten bietet.
Auf TikTok kann jede*r kurze, bunte Videoclips zu beliebigen Themen hochladen oder sich einfach nur die aktuellen Trends anschauen. Das sind gruppierte Inhalte, die etwas gemeinsam haben. Zum Beispiel angesagte Songs oder beliebte Themen, die mit bestimmten Hashtags, also Schlagworten versehen sind.
Die kurzen, schnellen Videoformate, die es als „Shorts“ mittlerweile auch bei YouTube gibt, kommen gut an. Auffallend ist das Hochkant-Format der Inhalte, das beim Filmen mit dem Handy entsteht. Es zeigt, wie stark die Lieblingsplattformen von Jugendlichen auf die Nutzung per Smartphone zugeschnitten sind. Dafür gibt es komfortable Apps, deren Gegenstücke im Web oft deutlich weniger gefragt sind. Dass zum Beispiel jemand Snapchat auf dem Laptop nutzt, dürfte eher selten vorkommen – oder wie ist es bei dir?
Schattenseiten von Social Media
Dass es ständig Neues zu entdecken gibt, kann aber auch Stress verursachen. Vielleicht kennst du den Reflex, das Smartphone hervorzuholen, um “mal eben schnell” herauszufinden, was sich online getan hat. Womöglich hat jemand auf das Foto reagiert, das du vor einer Stunde gepostet hast?
Neben der Ablenkungsgefahr gibt es noch weitere negative Seiten von Social Media: Suchtgefahr, Fake News und Mobbing sind nur einige Themen, auf die wir später in diesem Lernraum noch zu sprechen kommen werden.
Aber auch auf Umwelt und Klima hat unsere Social-Media-Nutzung als Bestandteil des digitalen Wandels unmittelbare Auswirkungen.
Als Bestandteil des digitalen Wandels wirken sich die Plattformen auch auf Umwelt und Klima aus. Produktion, Betrieb und Entsorgung unserer Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) Kosten Ressourcen, verschmutzen die Umwelt und verursachen CO2-Emissionen.
Die Belastung von Umwelt und Klima setzt sich bei der Social Media-Kommunikation und vor allem auch beim Streaming von Videos über das Internet fort. Ebenfalls ein wichtiger Faktor: die gigantischen Rechenzentren, die die Unternehmen hinter Facebook, Snapchat und Co. für das Bereitstellen ihrer Dienste und zur Verarbeitung riesiger Mengen von Nutzerdaten und -inhalten benötigen.
Datenschutz
Datenschutz
Kontaktadresse für datenschutzrelevante Anfragen: redaktion@jugend-und-bildung.de
Mobil kommunizieren - aber nachhaltig!
Der Lebenszyklus unserer Smartphones
Was du selbst tun kannst

Für Umwelt und Klima wäre es wünschenswert, dass sich diese Entwicklung fortsetzt. Auch du kannst dazu beitragen:
- Gebrauchte Smartphones kaufen oder von Freunden übernehmen: Was für Elektrogeräte ganz allgemein gilt, gilt auch für unsere mobilen Geräte: Oft reicht ein gebrauchtes. Frag doch mal bei Freunden nach, ob sie nicht noch ein ausrangiertes Smartphone in der Schublade haben. Ganz wichtig dabei: Achte darauf, dass das Betriebssystem des Geräts noch Sicherheitsupdates bekommt. Auch die Neuinstallation eines freien Betriebssystems kann eine Option sein, um die Lebensdauer zu verlängern. Beliebt ist zum Beispiel das Android-basierte, kostenlose LineageOS. Beim Gebrauchtkauf im Internet empfiehlt sich die Suche nach „refurbished“ Geräten. Diese sind generalüberholt und werden auf speziellen Plattformen zu deutlich günstigeren Preisen angeboten als Neuware. Meist bekommt man sogar eine Garantie.
- Beim Neukauf nachhaltig denken: Wenn du mit deinem Smartphone selbst Fotos und Videos für Social Media machst, stellst du sicherlich etwas höhere Ansprüche an die Hardware. Du wünschst dir eine gute Kamera und am besten auch leistungsstarke Funktionen für die Bildbearbeitung. Ebenfalls wichtig zum Posten, Fotografieren und Streamen von unterwegs: ein Akku mit viel Power und reichlich Speicherplatz. Und eine robuste Verarbeitung, damit das Bildschirmglas auch den einen oder anderen Aufprall übersteht. Im Fachhandel, in Expertenforen und auf Websites erhältst du vor dem Neukauf jede Menge Informationen und technische Eckdaten zu aktuellen Modellen. Wenn du dich gut informierst und im Zweifel einmal etwas mehr Geld für Qualität ausgibst, hast du länger Freude an deinem Kauf und tust gleichzeitig etwas für die Umwelt. Achte darauf, dass sich der Speicherplatz für deine Fotos und Videos nachträglich per SD-Karte erweitern lässt. Schutzfolien und -Hüllen verlängern die Lebensdauer (nicht nur) neuer Geräte. Wer sichergehen möchte, dass das Gerät seiner Wahl ressourcenschonend und unter möglichst fairen Bedingungen produziert wurde, kann sich auch bei Smartphones am Blauen Engel orientieren.
2. Gerätebetrieb und Internetnutzung
Im Gegensatz dazu verbraucht die Datenübertragung über das Internet zur Nutzung sozialer Netzwerke sehr viel Energie. Das Öko-Institut geht von folgenden Werten aus:
- 4 Stunden Videostreaming pro Tag: 62 kg CO2e pro Jahr und Kopf
- 10 Fotos für soziale Netzwerke pro Tag: 1 kg CO2e pro Jahr und Kopf
3. Entsorgung
Letztere werden gewartet und bei Bedarf repariert, bevor sie weiterverkauft werden. Erlöse aus Verkauf und Recycling dienen einem guten Zweck. In anderen Fällen gehen die reparierten Geräte als Geschenk an finanziell benachteiligte Menschen, damit auch sie am digitalen Leben teilhaben können.
Beim Recycling werden endgültig ausrangierte Handys fachgerecht in ihre Bestandteile zerlegt. Die enthaltenen Metalle und Kunststoffe werden voneinander getrennt und giftige Stoffe umweltschonend entsorgt. Laut Naturschutzbund können rund 80 Prozent der Smartphone-Bestandteile recycelt werden.
Tendenz steigend – denn Forscher*innen arbeiten derzeit intensiv an Verfahren, um auch Seltene Erden effektiv zurückzugewinnen. Aufgrund der sehr geringen Mengen in den Geräten sowie des hohen Aufwands wurde darauf in der Vergangenheit meist verzichtet.
Gut für die Umwelt: Social Media reduzieren
Medienzeit im Blick behalten
Wir verlieren uns in den Netzwerken und vergessen am Ende die Zeit. Das kann auch unsere Beziehungen zu anderen Menschen belasten. Denn wenn jemand ständig auf sein Display starrt, statt mit seinem Gegenüber zu kommunizieren, kann das ganz schön verletzend sein. Für dieses Verhalten gibt es sogar einen eigenen Begiff: „Phubbing“.
Diese Tipps können dir helfen, die Kontrolle über deine Bildschirmzeit zurückzugewinnen:
- Gängige Smartphone-Betriebssysteme haben eingebaute Funktionen, um die Bildschirmzeit zu tracken und Tageslimits für die Nutzung bestimmter Apps festzulegen. Auf Android-Geräten findet man sie in den Einstellungen unter „Digital Wellbeing“, das iOS-Gegenstück heißt „Bildschirmzeit“.
- Wo du schon dabei bist: Das deaktivieren von App-Benachrichtigungen hilft gegen das Gefühl, ständig über Social Media erreichbar sein zu müssen.
Gemeinsam fällt es leichter!
Deinen eigenen ökologischen Handabdruck kannst du noch weiter vergrößern, indem du dein neues Wissen mit Freunden und Familie teilst und sie dazu motivierst, ebenfalls bewusster mit digitalen Medien umzugehen.
Das Tolle daran: Gemeinsam fällt es viel leichter, Medienzeit zu reduzieren. Denn wenn alle digital kommunizieren, möchte niemand außen vor bleiben. Aber wenn ihr euch stattdessen trefft und etwas unternehmt, kostet es weniger Anstrengung auf das Smartphone (und nerviges Phubbing!) zu verzichten Coole Challenges gibt es übrigens auch offline. Wie wäre es zum Beispiel mit einem sogenannten “Digital Detox”? („digitale Entgiftung“). Dabei verzichtet man für einen bestimmten Zeitraum teilweise oder auch ganz auf die Nutzung digitaler Geräte und Dienste wie Social Media. Traut euch und probiert es aus – für euch und eure Umwelt!
Einführung
Einführung
Doch mit der Popularität wachsen auch neue Fragen: Viele Games spiegeln inzwischen die Erfahrungswelten von Erwachsenen – mit Gewalt, Macht oder Verstößen gegen gesellschaftliche Regeln. Die Spieleindustrie investiert Milliarden, um Welten zu schaffen, die fesseln und mit realistischer Grafik beeindrucken. Das macht Spaß, hat aber auch Folgen: Jugendliche bewegen sich in einem Markt, der ihr Jugendzimmer ökonomisiert – durch Konsolen, Abos, In-Game-Käufe, In-Game-Werbung und High-End-Technik.
Hinzu kommt, dass Gaming und Streaming meist nicht auf einem Kanal bleiben: Neben der Konsole laufen Chats, Discord, YouTube oder parallel ein Stream. Diese Multichannel-Nutzung kann spannend, aber auch anstrengend sein, steigert aber in jedem Fall aber auch den Energieverbrauch erheblich. Gerade die hochauflösende Grafik und das ständige Bereitstellen von Inhalten in Rechenzentren verursachen große Mengen an CO₂.
Heißt das jetzt, auf Gaming und Streaming verzichten? Nein. Aber wir sollten uns fragen: Brauche ich immer höchste Grafikqualität? Muss alles gleichzeitig laufen? Wenn wir uns diese Fragen stellen und ein paar einfache Tipps beachten, können wir unseren Spaß behalten und gleichzeitig Umwelt und Klima schonen.
Gaming und Streaming
Personenprofil: Mia
Ich bin gerade von der Schule heimgekommen und zocke jetzt ein bisschen mein neues Lieblingsspiel. Dieses Level möchte ich heute unbedingt noch schaffen! Ich mag Games total gerne, um nach einem anstrengenden Tag auf andere Gedanken zu kommen.
Am liebsten zocke ich zusammen mit Freund*innen – wir machen oft einen Videocall oder chatten parallel, und so fühlen wir uns wie in einem gemeinsamen Raum. Manchmal spielen wir im Team zusammen, manchmal treten wir gegeneinander an. Dabei merke ich, dass Games nicht nur Unterhaltung sind: Wir erleben Abenteuer, lernen voneinander, lösen Konflikte und sprechen über vieles, was uns beschäftigt.
Mein aktuelles Spiel hat eine total beeindruckende Grafik – fast wie ein Film. Krass, was da technisch möglich ist! Gleichzeitig frage ich mich: Muss die Grafik wirklich immer so perfekt und realistisch sein? Da vergisst man ja fast, dass man sich nur in einer virtuellen Welt befindet. Klar, es sieht toll aus, aber dafür braucht man starke Konsolen und viel Energie. Neulich habe ich auch ein Serious Game ausprobiert, in dem man eine Stadt klimafreundlich planen muss – das hat mir gezeigt, wie Entscheidungen beim Energie- und Datenverbrauch zusammenhängen.
Außerdem lese ich öfter, dass manche Games nicht nur Spaß machen, sondern auch problematische Dinge zeigen, zum Beispiel Gewalt oder Banküberfälle. Da frage ich mich schon: Wie wirkt das eigentlich auf uns?
Und natürlich weiß ich: Zocken und Streamen haben auch ihren Preis für Umwelt und Klima – CO₂, Stromverbrauch, Rohstoffe für Geräte. Aber zum Glück gibt es viele Möglichkeiten, bewusster zu gamen: WLAN statt mobile Daten, Reparieren statt ständig neu kaufen, oder einfach mal auf mehreren Kanälen gleichzeitig weniger machen. Im Folgenden erfährst du dazu viele spannende Tipps.
Die Datenströme unseres Alltags
Streaming - was genau ist das eigentlich?
Beim Streamen werden, ähnlich wie bei einem Download, Daten von einem entfernten Server abgerufen. Über ein Netzwerk, meist das Internet, kommen diese Daten auf unseren Smartphones, Laptops, Smart TVs oder anderen Geräten an.
Der Unterschied zum herkömmlichen Download liegt darin, dass die Bild- und Tondaten – oder eine Kombination aus beidem – nicht vollständig heruntergeladen werden müssen, damit man sie auf dem jeweiligen Endgerät anschauen oder -hören kann. Stattdessen werden – wie der Begriff „Streaming“ verrät – die Daten als kontinuierlicher Strom übertragen. Die Wiedergabe auf unseren Geräten erfolgt in Echtzeit oder fast in Echtzeit, während die als nächstes benötigten Daten im Hintergrund kontinuierlich „weiter strömen“.
Anders als beim Download werden die Inhalte aber nicht dauerhaft gespeichert: Bereits angeschaute oder -gehörte Teile werden automatisch gelöscht.
Was und wieviel wir streamen

- Audioinhalte wie Musik, Podcasts und Hörbücher
- Videoinhalte, die meist aus einer Kombination aus Bild und Ton bestehen. Dazu gehören zum Beispiel Clips auf Social Media, Dokumentationen, Fernsehsendungen, Filme und Serien .
Im Rahmen ihrer Medienstudie 2024 haben ARD und ZDF die Nutzungshäufigkeit von Mediatheken und Videostreamingdiensten in Deutschland untersucht. Bei den Audio-Plattformen führt Spotify vor YouTube (als reiner Musikquelle), Amazon Music, Apple Music und Soundcloud.
Unter den 14- bis 29-Jährigen ist bei den Videoplattformen YouTube am beliebtesten: 81 Prozent der befragten Jugendlichen gaben an, YouTube mindestens einmal wöchentlich zu nutzen. Dahinter folgen in absteigender Reihenfolge Netflix, Amazon Prime Video, Disney+ und die ZDF-Mediathek.
Was ist cool an Streaming & Gaming?
- … schafft Flexibilität, indem es Inhalte von jedem Ort und jedem Gerät abrufbar macht, solange eine Internetverbindung existiert.
- … bereichert unseren Alltag durch Musik, Filme und Serien, aber auch durch lehrreiche Inhalte.
- … spart Speicherplatz und macht grafisch anspruchsvolle Spiele auch auf weniger leistungsfähiger Hardware verfügbar.
- … gibt Einzelpersonen und Online-Communities die Möglichkeit, sich über Musik, Videos oder Livestreams kreativ auszudrücken und beim Zocken miteinander zu messen.
Umweltbelastung durch Gaming & Streaming
Wie umweltschädlich sind Gaming und Streaming?
Endgeräte als Ressourcenfresser

Aus der Gesamtheit dieser Belastungen berechnet sich der sogenannte digitale CO2-Fußabdruck. Und der ist, wie man auf der Website digitalcarbonfootprint.eu nachprüfen kann, von Gerät zu Gerät sehr unterschiedlich. Zum Beispiel wird bei der Produktion eines Desktop-Computers oder einer Spielekonsole deutlich mehr CO2 freigesetzt als bei der eines Smartphones. Und auch der Stromverbrauch in der Betriebs- und Nutzungsphase ist viel höher. Somit macht es für die Umwelt einen großen Unterschied, ob du beispielsweise eine Stunde Handy-Games (über WLAN) spielst oder aber auf einer Spielekonsole mit großem Bildschirm ein Spiel mit anspruchsvoller Grafik zockst.
Zu beachten ist auch, dass die Gaming-Hardware anspruchsvoller Spieler*innen typischerweise einen höheren CO2-Ausstoß verursacht als ein „normaler“ Computer. Denn Games mit modernster, detaillierter Grafik setzen besonders leistungsfähige Hardware voraus, wie beispielsweise große Bildschirme mit großer Pixelzahl.
Cloud Gaming: ein positiver Trend für die Umwelt?
- der Verzicht auf physische Datenträger (nebst Verpackungen) für die Spiele und
- die Unabhängigkeit von CO2-intensiver Hochleistungs-Hardware (Gaming-PCs, aktuelle Konsolen) sein.
Der Haken an der Sache: Während es für viele Menschen okay ist, einen YouTube-Clip auch mal in geringerer Auflösung anzuschauen, wollen Gamer*innen weniger Abstriche bei der Grafik machen. Im Gegenteil: Realistisch wirkende Spielwelten, oft dargestellt auf großen Displays, sind vielen wichtig. Dementsprechend fließen beim stundenlangen Streamen filmreif aussehender Inhalte extrem viele Daten.
Das wiederum bedeutet einen hohen CO2-Ausstoß – nur eben in den Rechenzentren der Cloud Gaming-Anbieter statt zuhause. Von solchen Zentren müssen – je mehr Menschen sich für das Spielen per Stream entscheiden – weltweit immer mehr gebaut werden.
Indem die Anbieter künftig auf Ökostrom und besonders energieeffiziente Infrastrukturen setzen, könnten sie dafür sorgen, dass Cloud Gaming zu einer umweltfreundlicheren Alternative zur lokalen Spieleinstallation wird. Noch ist es aber nicht so weit: Im Rahmen von zwei Studien von 2016 und 2020 fiel der Energieverbrauch beim Cloud Gaming jeweils höher aus als beim Spielen lokal installierter Spiele auf leistungsfähigen Endgeräten.
Umwelt und Klima spielend entlasten
Umwelt und Klima spielend entlasten
- wie ressourcenschonenderes Streaming geht,
- welche Offline-Alternativen es für Gamer*innen, Film- und Musikfans gibt,
- wie du Hardware bewusster auswählst und möglichst umweltschonend nutzt und
- was es abseits von Games und Serienmarathons für Möglichkeiten gibt, in der Freizeit Spaß zu haben.
Streaming: So geht’s umweltschonend
- Regle beim Videoschauen die Auflösung so weit herunter wie möglich. Wenn du ohnehin auf einem kleinen Display schaust, wirst du in einigen Fällen gar keinen Unterschied sehen – nämlich dann, wenn die ursprünglich eingestellte Auflösung höher ist als die, die dein Bildschirm überhaupt darstellen kann.
- Apropos Bildschirm: Entscheide dich im Zweifel lieber für einen kleineren. So umgehst du Qualitätseinbußen des Bildes bei geringerer Auflösung, sparst in den meisten Fällen Strom und verursachst so insgesamt einen geringeren digitalen CO2-Fußabdruck.
- Manchmal hören wir Musik, indem wir beispielsweise in einem Browsertab ein YouTube-Video aufrufen. Dann wechseln wir den Tab und machen nebenbei etwas anderes. Der Stream läuft weiter – und das Bild wird übertragen, ohne dass wir es überhaupt sehen. Auch hier gilt: Minimiere die Auflösung. Oder, noch besser: Erkundige dich, ob du nicht auf einer anderen Plattform dieselbe Musik als reinen Audiostream findest.
- Auch den Zusammenhang zwischen verwendeten Netzen und entstehenden Emissionen kennst du aus dem Spotlight 2. Indem du Streaming-Inhalte vorwiegend via WLAN abrufst, statt über das Handynetz, schonst du die Umwelt. Das geht über öffentliche Hotspots auch unterwegs.
- Wähle sehr bewusst aus, was und wie lange du streamst – und konzentriere dich dann voll und ganz darauf. Denn wenn du zum Beispiel beim Musikhören auf einem zweiten Bildschirm ein Video schaust, machst du nichts so richtig. Du verschwendest Energie – übrigens auch deine eigene, weil dieses „Multitasking“ anstrengend ist.
- Informiere dich beim Gaming nach Alternativen zur Cloud-Variante eines Spiels. Falls es die nicht gibt: Nutz’ die Services in Maßen und informiere dich über sinnvolle Energiespareinstellungen für Konsolen und Games.
- Schließe dich beim Gamen und Filmeschauen mit Freund*innen zusammen. Wenn ihr gemeinsam denselben Stream nutzt und euch beispielsweise beim Zocken abwechselt, spart ihr Energie und habt mehr Spaß als allein.
Filme, Games und Co. offline genießen
Die Herstellung von DVDs, CDs und anderen Speichermedien für Musik, Filme und Games belastet die Umwelt, weshalb der Neukauf solcher Medien keine gute Alternative zum Streaming darstellt. Aber: Wie wäre es denn mit einem regionalen Gebrauchtkauf zum Beispiel auf Flohmärkten oder über Kleinanzeigen? Auf diese Weise vermeidest du CO2-Emissionen, die durch den Transport oder den Kauf im Internet anfallen würden. Womöglich haben Eltern oder Bekannte irgendwo noch einen richtigen Schatz an Filmen und Musik, den ihr gemeinsam entdecken könnt.
Wie stark Offline-Gaming die Umwelt belastet, hängt wie in Spotlight 2 beschrieben von der verwendeten Hardware ab. Ein interessantes Hobby sind Retro-Games am Computer oder auf alten Spielekonsolen. Ältere, kultige Spiele also, die grafisch wenig aufwändig und dementsprechend auch weniger CO2-intensiv sind. Mit mehreren Controllern an einer Konsole könnt ihr dabei auch ganz ohne Internet gegeneinander antreten.
